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Schluss

Bei der (medien-)pädagogischen Arbeit mit digitalen Technologien bewegen sich die Fachkräfte ständig zwischen zwei Polen: Einerseits die gänzlich freie Werkstatt, in der die Jugendlichen sich, geleitet von eigenen Ideen, selbstständig den Umgang mit Technik aneignen, ohne, dass allzu stark von außen eingegriffen wird. Andererseits die enge (sozial-)pädagogische Betreuung durch Fachkräfte, die Inhalte vorgeben und Lern- und Gruppenprozesse steuern. Während eine möglichst offene Lernumgebung im Sinne der Maker-Bewegung vielfach gewünscht ist, so erfordert gerade die Arbeit mit Jugendlichen aus benachteiligenden Verhältnissen oftmals eine klare Struktur. Einen Zwischenweg stellt hier ein grundsätzlich offenes Setting, mit einer im Vorfeld konzipierten Rahmung dar, auf die im Bedarfsfall zurückgegriffen werden kann. Das Spannungsverhältnis zwischen Offenheit und Strukturiertheit zeigt sich auf der inhaltlichen und auf der methodischen Ebene:

Im Sinne des Prinzips der Lebensweltorientierung sollten die Teilnehmenden möglichst selbst bestimmen, welche Themen und Technologien sie bearbeiten möchten. Gleichzeitig müssen die Inhalte der Teilnehmenden mit den Ansprüchen der Fachkräfte, externen Anforderungen und den zur Verfügung stehenden Ressourcen abgeglichen werden.

Hinsichtlich des Prinzips der Reflexion stellt sich die Frage, inwieweit die Teilnehmenden selbstständig im Zusammenhang mit ihrem Handeln reflektieren oder ob sie Reflexionsanstöße von außen brauchen. Das gilt besonders dann, wenn gesellschaftspolitische Themen in den Angeboten bearbeitet werden sollen, die sich nicht direkt aus der Arbeit mit der Technik ergeben.

Auch auf der methodischen Ebene finden Abwägungsprozesse statt: Inwieweit können die Teilnehmenden, im Sinne des Handelnden Lernens, eigenständig an ihren Projekten arbeiten und inwieweit müssen sie dabei betreut werden? Das Spannungsverhältnis betrifft hier auch die Frage, ob Selbstwirksamkeit eigenständig erfahren werden kann oder von den Fachkräften angeregt werden muss.

In Bezug auf das Soziale Lernen sollten sich Gruppendynamiken frei entfalten. Gleichzeitig muss für eine konstruktive Atmosphäre gesorgt werden, in der sich alle Teilnehmenden wohl fühlen. Auch hier zeigt sich also ein Spannungsverhältnis zwischen offenen und strukturierten Arbeitsweisen.