1998: Fab Labs und die Demokratisierung der Maschinen

Die nächste Wurzel liegt wieder am MIT: Neil Gershenfeld, Physiker und Leiter des Center for Bits and Atoms, bot ab 1998 den legendären Kurs „How to Make (Almost) Anything" an – eigentlich für Ingenieure gedacht. Doch es kamen vor allem Studierende aus Design, Architektur und sogar den Geisteswissenschaften, die endlich selbst die Dinge bauen wollten, die sie sonst nur kaufen konnten.

Aus dem Kurs entstand die Idee des Fab Labs (Fabrication Laboratory): einer Werkstatt mit computergesteuerten Maschinen – 3D-Drucker, Lasercutter, CNC-Fräsen –, die offen für alle zugänglich ist. Das erste Fab Lab außerhalb des MIT entstand 2002 in Indien, heute gibt es weltweit über tausend. Gershenfelds Pointe war radikal: Nicht die Maschinen sind teuer und exklusiv zu halten, sondern ihr Nutzen entsteht erst, wenn alle Menschen Zugang zu ihnen bekommen. Damit wurde die bis dato industrielle Fertigungstechnologie demokratisiert – die institutionelle Wurzel der Maker-Bewegung.


Revision #1
Created 7 October 2026 14:49:17 by Shelly Pröhl
Updated 7 October 2026 14:49:54 by Shelly Pröhl